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Bericht von der AVV Herbsttagung 2011 in Dortmund

Vom 08.10. bis 10.10.2011 fand die AVV-Herbsttagung in Dortmund statt.

 

AVV Herbsttagung in DortmundDie Tagung begann, wie in den Jahren zuvor, auch in diesem Jahr mit der Kommissionsarbeit in vier Gruppen. Die Kommissionsleiter konnten sich erneut auf rege Beteiligung und kollegialen Austausch verlassen.

 

Die Mitglieder der Lebenskommission unter der Leitung von Konrad Schanze beschäftigten sich ausgiebig mit den Folgen der Finanzmarktkrise. Gastredner „Ulrich Zander“ informierte die Kommissionsteilnehmer über den aktuellen Stand in Sachen des §89b HGB-Ausgleichsanspruchs. Weitere Themen waren das angedachte Franke & Bornberg – Rating in Zusammenarbeit mit dem BVK, die Checkliste BU und die rechtliche Klärung, dass eine Absenkung des Garantiezinses nicht zu einer Provisionsabsenkung führen darf.

 

In der von Sandra Niestradt-Budde geleiteten Krankenversicherungskommission standen insbesondere die gesetzlichen Veränderungen im Bereich Provisionsbegrenzung und Stornohaftzeitenverlängerung auf der Agenda. Die Kommission sieht einen klaren Widerspruch zwischen dem Ansinnen des Gesetzgebers den Wildwuchs von permanenten Umschichtungen einzudämmen und dem was letztendlich umgesetzt werden soll. Dieses Gesetz dürfte für Ausschließlichkeitsvertreter normalerweise gar nicht gelten, denn diese können aufgrund Ihrer Einfirmenbindung gar nicht jährlich umdecken und damit neu kassieren.

AVV Mitglieder

Zudem können sich die Einfirmenvertreter auch gar nicht aus Qualitätsgesichtspunkten (z. B. Beitragsstabilität) aussuchen sondern bekommen diesen quasi im „Paket“ mitgeliefert. Wenn dieser mit eine schlechte Beitragsentwicklung auffällt, dann bedeuten diese 60 Monate Stornohaftzeit für die Einfirmenvertreter eine deutliche Provisionsabsenkung. Kein Wunder also, dass die PKV-Unternehmen sich nun über dieses neue „Provisionsrückgewinnungsmedium“ freuen.

 

Im weiteren Verlauf der Kommissionsarbeit wurden die Themen Reform der Pflegeversicherung und Bürgerversicherung ausführlich diskutiert. Von allen Seiten kritisch gesehen wurde das Vorgehen der Central. Hier soll nun die Ausschließlichkeitsorganisation für Managementfehler in Form einer falschen Tarifpolitik in den vergangenen Jahren geopfert werden. Mit „ hält ein Leben lang“ hat das sicherlich nichts mehr zu tun. Zum Ende der Tagung wurde Peter Schmatz nach langjähriger Mitarbeit aus der Krankenversicherungskommission verabschiedet.

 

Die Teilnehmer in der Agenturkommission unter der Leitung von AVV-Vorstandsmitglied Andre Albers haben sich im Kern mit den unterschiedlichen Betreuungs- und Provisionssystemen beschäftigt. Wie so oft gibt es hier innerhalb der deutschen Versicherungswirtschaft einen Wildwuchs an unterschiedlichen Regelungen. Auch diverse Karrieremodelle wurden beleuchtet.

 

von links Dieter Grau und Dieter Stein

Die weiter wachsende und von Dieter Grau (Bild rechts) letztmalig geleitete Bausparkommission beschäftigte sich im Kern mit der Überarbeitung der Grundsätze zum Ausgleichsanspruch für Finanzdienstleistungen. Ein weiteres Kernthema war das Immobiliengeschäft.

 

Im Rahmen dieser Sitzung erfolgte dann auch die Übergabe der Kommissionsleitung von Dieter Grau auf Manfred Schmitt und seine Stellvertreterin Ingrid Topplitsch.

 

Auch in diesem Jahr kann erneut zusammenfassend gesagt werden, dass die Kommissionsarbeit nach wie vor von großem Vertrauen geprägt ist und jeder jedem gerne hilft.

Dieter Stein

 

Nach der Mittagspause begann die große Runde mit den notwendigen Vereinsregularien und dem Bericht des AVV-Vorsitzenden Dieter Stein (Bild links) bevor BVK – Vizepräsident Ulrich Zander den Reigen an hoch interessanten Vorträgen mit seinem Bericht von der Präsidialratssitzung in Bad Neuenahr und dem Spitzentreffen der Vorsitzenden der Vertretervereinigungen in Bad Godesberg fortsetzte. Er informierte zudem über die Neuigkeiten vom BIPAR. In seinem Bericht ging es unter anderem auch auf das Thema Nachjustierung der Grundsätze für die Berechnung des Ausgleichsanspruchs und den aktuellen Stand der EU-Planungen zur Qualitätssicherung und Provisionsoffenlegung ein. Auch der Imageverlust der Branche durch den Ergo-Skandal war Thema. Dies ist erneut ein Beispiel, dass die Ausschließlichkeit immer wieder fälschlicherweise mit anderen Vertriebswegen wie hier den Strukturvertrieben über einen Kamm geschert wird.

 

AVV Vorstand

Es wird in Zukunft noch wichtiger das Profil der Ausschließlichkeit klar zu schärfen um solche Vermischungen zu minimieren.

Die Branche würde gut daran tun, die Sünden der 80er Jahre unter denen die Branche und insbesondere die Vermittler auch heute noch massiv leiden, nun endlich zu korrigieren.

 

Carolin Grimminger informierte die Teilnehmer anschließend über Neuerungen in Sachen ÖRAG-Handelsvertreterrechtsschutz bevor Rechtsanwalt Lutz Eggebrecht den Teilnehmern das Thema Rückforderung von Provisionsvorschüssen und Zuschüssen bei Vertragsbeendigung erläuterte.

 

Natürlich war auch aktuelle Rechtsprechung wieder von großer Bedeutung. Neben einer Auflistung von Urteilen durch Eva Köstler vom IWW-Verlag war das Thema „Unisex-Tarife – Das Urteil des EuGH und seine Auswirkung“ vorgetragen durch Rechtsanwältin Dr. Ulrike Mönnich ein großes Thema. Als Fazit zu diesem Rechtsvortrag ist zu erkennen, dass dieses Urteil für die Vermittler zunächst mal als positiv einzustufen ist. Aufgrund der „risikoarmen Kalkulation“ der Anbieter ist als Folge auf das Urteil zunächst mal mit steigenden Prämien zu rechnen. Dies wird dürfte sich auch positiv auf die Einnahmen der Vermittler auswirken.

 

Michael H. Heinz

Dr. Wolfgang EicheleFür Auflockerung nach all den Rechtsthemen verhalf Verkaufstrainer Ulrich Herzog mit seinem „Selbstbild des Verkäufers“ bevor  BVK-Präsident Michael Heinz (Bild links) die Anwesenden mit einem klaren Blick auf die vielen berufsstandspolitischen Tagesthemen auch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holte. Seinen Einstand beim AVV gab der neue BVK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Eichele (Bild rechts).

 

Wie gewohnt  war die Auswertung des AO-Fragebogens das Thema von AVV-Vorstandsmitglied Marco Seuffert. Er ging in seinem Vortrag auch auf die daraus resultierenden Erkenntnisse für die Vertretervereinigungen ein.

 

Der richtige Umgang mit Social Media war das Thema des Vortrags von Jan-Ludwig König von Isernhagen & Partner.

 

Als der AVV-Vorsitzende Dieter Stein das Thema „Neues aus Unternehmensbereichen“ anstimmte, wurde es wieder lustig für die Anwesenden. Die Wahrnehmung hinsichtlich dessen was Vermittler wohl benötigen und wünschen differiert zwischen der Ansicht der Gesellschaften und der Vermittler doch sehr. Kein Wunder also, dass die Stimmung in der Vermittlerschaft durch die Bank eher als „unbefriedigend“ einzustufen ist.

 

Ein einheitliches Bild zeichnete sich jedoch im Bereich Tarifierung ab. Man erkennt klar, dass deutlich mehr als in den Jahren zuvor auf eine risikogerechte Kalkulation geachtet wird. Nach jahrelangen Verlustgeschäften kündigten nahezu alle Häuser Beitragssteigerungen im

Kfz-Bereich an. Eine zweite Versichererpleite soll unbedingt verhindert werden.

Fotos zur Veranstaltungen wurden wie gewohnt unter www.avv-deutschland.de eingestellt.

 

Die nächste Frühjahrstagung des AVV wird vom 10.3.-12.3.2012 in Ulm stattfinden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Marco Seuffert, Ochsenfurt

AVV - Vorstandsmitglied

 

Download: Bericht der AVV Herbsttagung 2011.pdf