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Kurzfassung der Forschungsergebnisse der wissenschaftlichen Studie:  „Evaluierung der Beratungsdokumentation im Geldanlage- und Versicherungsbereich"

Das ITA Institut für Transparenz hat zusammen mit Skoposnext Beratungsdokumentationen im Geldanlage- und Versicherungsbereich untersucht und ausgewertet.

Dazu wurden Testkäufe durchgeführt, Verbraucher online und Branchenvertreter telefonisch befragt. Unsere Testkäufer haben in vielen Fällen, vor allem im Versicherungsbereich, keine Dokumentation erhalten. Verbraucher verwechseln Dokumentationen zum Teil auch mit anderen Unterlagen.
Verbraucher erachten Dokumentationen für wichtig. Verbraucher möchten mit der Dokumentation mehr Rechtssicherheit erhalten, den Inhalt des Beratungsgesprächs besser nachvollziehen können und sich vor Falschberatung schützen. Deshalb verzichten Verbraucher kaum auf Dokumentationen. Wenn Dokumentationen übergeben wurden, erfüllen sie den beabsichtigten Zweck aber kaum. Dokumentationen sehen überwiegend eine Unterschrift des Kunden vor, mit der Kunden die Richtigkeit der Dokumentation bestätigen oder blanko unterschreiben sollen. Dadurch wird die Position des Kunden in einem Rechtsstreit nicht verbessert, sondern verschlechtert. Zahlreiche Dokumentationen ermöglichen Verbrauchern auch nicht, die Beratung besser nachzuvollziehen. Denn Dokumentationen berücksichtigen nicht immer die gesetzlichen Vorgaben und sind insgesamt nicht übersichtlich und verständlich genug. Oft werden Spannen verwendet, die keine richtige Bedarfsermittlung zulassen, oder wichtige Punkte, wie die Risikotragfähigkeit, werden nicht oder nicht ausreichend ermittelt. Insgesamt unterscheiden sich die Dokumentationen deutlich in ihrer Qualität. Keine Dokumentation entspricht vollumfänglich den Anforderungen an eine verbraucherfreundliche Dokumentation.
In einzelnen Bereichen kommen Beratungsdokumentationen den Vorgaben nahe.Die Defizite sollten ausgeglichen werden. Zum Beispiel sollte die laufende Überwachung bei Versicherungsvermittlern eingeführt und insgesamt verstärkt werden. Außerdem halten wir Maßnahmen für erforderlich, um die Qualität der Dokumentationen zu verbessern.

http://www.ita-online.info/Studien-Gutachten/92#BMELV

Gesamtstudie

 


Bei einem Thema, dass die wirtschaftliche Existenz vieler Unternehmer berührt, würde ich mir mehr Qualität bei der wissenschaftlichen Arbeit wünschen.

Sehr geehrte Leser,

nach der Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes in der letzten Sitzungswoche des Bundestages vor der parlamentarischen Sommerpause steht die Vermittlung von Versicherungen und Finanzdienstleistungen erneut im Fokus der Politik. Das Institut für Transparenz (ITA) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz eine Studie zur Beratungsdokumentation erstellt.Michael Heinz

Unerfreulich ist, dass sich die Studie in die Liste methodisch zweifelhafter Veröffentlichungen zur Versicherungsvermittlung einreiht. Zur Beurteilung des Versicherungssektors werden gerade einmal 30 Versicherungsvertreter und 35 Versicherungs- und Finanzmakler einbezogen. Bei einer sechsstelligen Zahl von Berufsträgern kann von Repräsentativität überhaupt nicht die Rede sein. Hinzu kommt, dass ITA im Kern ihrer Betrachtung des Versicherungssektors ein schwerwiegender methodischer Fehler unterlaufen ist. Beratungsprotokolle sind nicht vor, sondern erst nach Unterzeichnung des Vertrages auszuhändigen. Damit haben sich alle Vermittler rechtskonform verhalten. Dass auf diesen Fehler erst auf Seite 250 der Studie hingewiesen wird, ist bezeichnend.

Die Beurteilung bleibt davon gänzlich unberührt. Ich erlaube mir wörtlich aus der ITA-Pressemeldung zu zitieren: „Das Ergebnis der Untersuchung ist zum Teil erschreckend: Nur in etwa jedem vierten Beratungsgespräch wurde den Testkäufern eine Dokumentation übergeben. Am seltensten erhielten die Testkäufer Dokumentationen von Versicherungsvermittlern, am häufigsten von Honorarberatern. Damit trennt sich die Spreu aber noch lange nicht vom Weizen. Weder die Berater im Anlage-, noch die Vermittler im Versicherungsbereich haben sich durchweg an die gesetzlichen Vorgaben gehalten."

Warum erstaunt es mich nicht, dass auch das Medienecho entsprechend ausgefallen ist? Bei einem Thema, dass die wirtschaftliche Existenz vieler Unternehmer berührt, würde ich mir mehr Qualität bei der wissenschaftlichen Arbeit wünschen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael H. Heinz

Präsident des BDWi

http://www.bdwi-online.de/presse/pressemeldungen/pressemeldungen/article/evaluation-der-beratungsdokumentation-im-geldanlage-und-versicherungsbereich-ita-studie

 

 

 

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